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3-85842-421-8
Hitlers Gott
Vorsehungsglaube und Sendungsbewußtsein des deutschen Diktators

Der junge Nürnberger Historiker hat sich der Mühe unterzogen, alle noch vorhandenen Dokumente auf Äußerungen Hitlers, die sich irgendwie auf religiöse Inhalte beziehen, näher zu analysieren. Am deutlichsten erscheint dabei dessen von einem diffusen Sendungsglauben genährtes Selbstbewußtsein, in dem er sich selbst als messianischer Heilsbringer erkennt. Als Leit- und Vorbild dienen ihm dabei die Machtstrukturen der Papstkirche, mit der ihn eine merkwürdige Haßliebe verband und der er bis zu seinem Ende angehörte. Da nun aber 'eine Krähe der anderen kein Auge aushackt', wurde er auch nicht exkommuniziert, obwohl er sie kategorisch ablehnte und als 'minderwertige Kulturschande' und als 'Reptil, das man zertreten muß' bezeichnete. Trotz allem ideologischen Geschwafel...

3-506-74829-7
Das geistige Preußen
Zur Ideengeschichte eines Staates

Diesem Sammelband geht es um die Idee des einstigen preußischen Staates. Von den 14 Beiträgen aus den Jahren 1987-1999 erschienen zehn an verschiedenen Stellen; vier werden erstmals gedruckt. Begonnen wird mit dem Problem der Toleranz bei Friedrich dem Großen. Dieser hat nach 1945 keine besondere Aufmerksamkeit gefunden, auch nicht 1991 bei der Überführung seiner Gebeine von Hechingen nach Sanssouci. Entstehung und Handhabung seines Toleranzgedankens, aber auch dessen Grenzen werden aufgewiesen: Toleranz dient dem Wohl des Landes, wurzelt nicht in Menschenrechten. Der zweite Aufsatz...

3-905312-01-8
Fabrikmahlzeit
Ernährungswirtschaft, Industriearbeit und Volksernährung in der Schweiz 1890-1950

Diese überarbeitete Zürcher Habilitationsschrift von 1995 zielt auf den ersten Blick scheinbar nur auf ein Randthema, das von den Historikern wegen der dürftigen Quellenüberlieferung fast ganz unerforscht geblieben ist. Der Autor hat die 'Menagen', 'Kosthäuser' und 'Betriebskantinen' vor allem dazu benutzt, um den schon länger erkannten revolutionären Umbruch der Volksernährung beim Übergang in die industrielle Gesellschaft unter Benutzung neuer Fragestellungen der interdisziplinären Nahrungsverhaltensforschung weiter zu durchleuchten. Die Kapitel schildern keine zusammenhängende chronologische Geschichte, sondern bilden eine Auswahl weniger Problemfelder und orientieren sich nur an Schweizer Beispielen, liefern aber dennoch oft allgemeingültige und gedanklich inspirierende Aussagen. Mit Hilfe der Fabrikmahlzeit soll exemplarisch gezeigt werden, daß die Vernunft, in der der Fortschrittsglaube der modernen Industriegesellschaft wurzelt, auch durch den Magen ging...

3-8052-1533-2
Die Zeit der Kreuzzüge
Geschichte und Kunst

In einer Zeit, in der die Begegnung der Kulturen, der Umgang mit dem Fremden und nicht zuletzt die Frage nach Einheit und Vielfalt Europas eine außerordentliche Brisanz gewinnen, verwundert das ungebrochene Interesse an der Geschichte der Kreuzzüge in keiner Weise. Vor diesem Hintergrund kommt dem methodischen Zugriff und einer grundlegenden Neubewertung durch britische Historiker eine richtungsweisende Bedeutung zu: Der Kreuzzugsbegriff erfährt eine erhebliche Ausweitung bzw. Umwertung. Dies führt zunächst zu einer vergleichenden Betrachtung der drei Hauptschauplätze des (Kampf-) Geschehens im Orient, der iberischen Halbinsel und Nordostmitteleuropa...

3-8053-2898-2
fromm – fremd – barbarisch
Die Religion der Kelten

Das Interesse an den Kelten ist in den letzten Jahren nicht zuletzt als Sicht auf einen idealisierten Gegenpol zur rationalen Moderne auffallend hoch, und so ist sehr zu begrüßen, daß neben den halb- und unwissenschaftlichen Publikationen zum Thema auch die Zahl der zuverlässigen wissenschaftlichen Darstellungen, die sich nicht nur an Spezialisten wenden, deutlich zunimmt. Der vorliegende Band ist hierfür ein gelungenes Beispiel. Er befaßt sich mit schriftlichen und materiellen Quellen zur Geschichte, Kultur und Religiosität der gallischen Kelten, der Rolle der Druiden und dem Barbarenstereotyp, das die Darstellung der Kelten in den mediterranen Kulturen prägte, mit denen sie seit circa 400 v.Chr. in Berührung kamen. Auf wissenschaftliche Aufsätze zu diesen Themen folgt...

3-406-44798-8
Die Kelten

Im Vorwort dieser knappen Einführung in wichtige Aspekte keltischer Geschichte und Kultur weist A. Demandt auf seine früheren Begegnungen mit der Keltike hin. Dabei versucht der Althistoriker, 'die historischen, archäologischen und philologischen Aspekte ausgewogen zu berücksichtigen sowie die Wirkungsgeschichte der Kelten zu skizzieren'. Themen aus den Bereichen Herkunft, Geschichte, Staatsform, Kultur, Religion sowie Mythologie der Kelten werden in 18 Kapiteln abgehandelt. Die Darstellung keltischer Völker in der schriftlichen Überlieferung nimmt breiten Raum ein und wird durch zahlreiche Zitate antiker Autoren belegt. Den chronologischen Rahmen bildet die sog. Latènezeit (ca. 450 v.Chr. bis zur Zeitenwende), wenn es scheinbar ins Bild paßt, wird aber auch die Hallstattzeit (ca. 800-450 v.Chr.) herangezogen. Am Ende der knappen Abhandlung werden das irische, und britische Mittelalter sowie die Kelten-Rezeption der Neuzeit skizziert.

3-8062-1387-9
Keltische Viereckschanzen
Einem Rätsel auf der Spur

'Viereckschanzen' sind rechteckige Wallanlagen des zweiten und frühen ersten vorchristlichen Jahrhunderts mit einem primären Verbreitungsgebiet in Süddeutschland. Sie gehören nach den Fundstücken in den keltischen Kulturkreis der älteren Spätlatène, parallel der Blütezeit der keltischen 'oppida' - und haben die Archäologie vor viele Fragen gestellt. Seit den 1930er Jahren wurden sie immer wieder als spätkeltische Heiligtümer gedeutet. Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte haben diese Interpretation aber zweifelhaft werden lassen, und der hier anzuzeigende Sammelband stellt wegweisende neueste Entwicklungen und Überlegungen der Viereckschanzenforschung in einer auch für Nichtarchäologen gut lesbaren Form zusammenfassend vor.
Der Band enthält zunächst zwölf interpretative Aufsätze zu Einzelaspekten...

3-8062-1367-4
Die Kelten in Deutschland

Der Titel könnte zunächst Erstaunen und Vorbehalte auslösen: Erstaunen sicher bei dem Teil der Leserschaft, die den Begriff 'Kelten' bisher vor allem mit den westlichen Randbereichen Europas verbunden hatte, und Vorbehalte beim Fachpublikum, ob es denn überhaupt möglich sei, ein solch weitgefächertes Thema in einem einzigen Band zu behandeln. Doch, es ist möglich, und das Ergebnis mutet wie eine Mischung aus sorgfältig recherchierten Fakten und spannender Unterhaltung an. Es ist schwierig gewesen, den Spagat zwischen allgemein verständlicher Information und wissenschaftlichem Anspruch zu halten, und genauso wichtig ist, es zumindest zu versuchen. Denn allgemeine Einführungen und Überblicke zur Archäologie in Deutschland sind leider noch immer Mangelware, im Gegensatz zu lobenswerten Ansätzen in der angelsächsischen Welt...

3-534-13280-7
Altsyrien und Libanon
Geschichte, Wirtschaft und Kultur vom Neolithikum bis Nebukadnezar

Die Autorin hat sich zum Ziel gesetzt, die geschichtlichen Entwicklungen und Prozesse in der Region - im folgenden meint die Bezeichnung 'Syrien/-syrisch' den Gesamtraum einschließlich des Libanon - d.h. in einem Zeitraum von ca. 10 000 Jahren darzustellen. Eine detailreiche Beschreibung archäologischer Funde und Befunde ist in diesem Rahmen natürlich nicht möglich und war auch gar nicht angestrebt. Sie benutzt statt dessen die Methode der Strukturanalyse, deren Ausgangspunkt ein Geschichtsverständnis ist, das die historischen Ereignisse vorrangig unter dem Aspekt des strukturellen Wandels sieht. Sie versucht also, 'herauszufinden, in welchen Teilbereichen der Gesellschaft die Wirkungsfaktoren liegen, die die Kontinuität garantieren bzw. den Wandel verursachen' (S. 3f.). ...

3-922279-51-1
Troia
Traum und Wirklichkeit. Der Ausstellungskatalog

Der neuerliche Streit um Troia ist allmählich abgeflaut. Für diejenigen, die Ohren hatten, geschah das schon auf der Tübinger Troia-Konferenz, auf der nach außen hin mit starken Bandagen gekämpft wurde, und diese Heftigkeit hatte sich noch einige Zeit lang in der Tagespresse fortgesetzt. Aber schon in Tübingen wurden drei zentrale Punkte, die vor allen Dingen den Streit ausgelöst hatten, allmählich aus dem Verkehr gezogen: Der eine betraf eine angeblich kompakte Bebauung der Unterstadt von Troia, der zweite eine angeblich hohe Bevölkerungszahl und der dritte die Rolle Troias als angebliche Drehscheibe des Handels - 'Troia' hier immer nur als die Bebauungsschichten bezeichnet, auf die es ankommt.
Die Besiedlung der Unterstadt wurde im Laufe der Tagung immer lockerer, die Bevölkerungszahl sank,...