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Begutachtung somatoformer und funktioneller Störungen

Ein deutscher Ordinarius für Psychiatrie soll jüngst gesagt haben: 'Wer nix kann, kann immer noch Gutachter werden' - mit Blick auf die, zumal in der Medizinerausbildung vorrangig vermittelten Tätigkeitsfelder des Erkennens und Behandelns von Erkrankungen als Behandler, Heiler und Helfer, der 'vornehmsten Pflicht' des Arztes, und die universitäre 'freudige Pflicht' des Forschens um des Fortschritts. Zu Unrecht, enthebt doch eine Begutachtung den Arzt zwar seiner traditionellen Rolle gegenüber dem Kranken, nicht aber der Pflicht um korrekte Diagnose und Einbeziehung der Therapieoptionen, und seine Entscheidungsfindung hat mithin oft weitestreichende Konsequenzen für das weitere Leben des Betroffenen...

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Have you seen my little sister?

'Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung.' Mit dieser unmißverständlichen Prämisse begann Theodor W. Adorno (1903-1969) seinen am 18. April 1966 im Hessischen Rundfunk gesendeten Vortrag Erziehung nach Auschwitz, in dem er mit Vehemenz gegen die 'Vormacht aller Kollektive' angeht und eine 'Entbarbarisierung' der deutschen Gesellschaft fordert, da die 'Wiederkehr oder Nichtwiederkehr des Faschismus im Entscheidenden keine psychologische, sondern eine gesellschaftliche Frage ist.'

0-521-59730-7
Theory of the global state
Globality as an Unfinished Revolution

Martin Shaws jüngstes Buch ist eine bemerkenswerte Leistung. Es enthält eine kritische Diskussion der Globalisierungstheoriedebatte in den Sozialwissenschaften (Teil 1), einen Überblick über die 'globale Revolution' des späten 20. Jahrhunderts (Teil 2), einen feinsinnigen Vorschlag für die Rekonzeptualisierung der Grundkategorien der Gesellschaftsanalyse (Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, Staat) und schließlich eine kühne Analyse des, wie er es sieht, gerade entstehenden 'globalen Staates'.

3-8218-1644-9
Marx Lesen
Die wichtigsten Texte von Karl Marx für das 21. Jahrhundert

Wenn man die Auswirkungen der amerikanischen Welthegemonie und des damit einhergehenden, allmählich unaufhaltbaren Siegeszuges der kapitalistischen Marktwirtschaft betrachtet, tut es gut, ab und zu eine kritische Gegenstimme zu vernehmen. In dieser Hinsicht hat sich vor allem die Anti-Globalisierungsbewegung mittlerweile als fester Bestandteil der weltweit politisch aktiven Protestszene etabliert. Und dennoch bedarf diese relativ junge und völlig dezentral organisierte politische Bewegung noch einer sie verbindenden theoretischen Basis, will sie nicht schon bald wieder in der Bedeutungslosigkeit versinken.

3-7892-8051-8
Marx und Marxismus
Eine deutsche Schizophrenie – Thesen, Texte, Quellen

Hat sich die einstmals enorme gesellschaftspolitische Wirkung des Gedankengebäudes von Karl Marx (1818-1883) erschöpft? Gilt die marxistische Gesellschaftstheorie, die mehr oder weniger Fundament aller realsozialistischen Gesellschaftssysteme und kommunistischen Parteidiktaturen in Mittel- und Osteuropa war, nach dem Zusammenbruch dieser Systeme in den Jahren 1989 bis 1991 nun als endgültig gescheitert? Konrad Löw, der sich seit langem mit allen Facetten des Werkes und des Lebens von Karl Marx kritisch auseinandersetzt, schätzt den Marxismus immer noch als aktuelle Herausforderung ein.

0-7456-1918-5
Social Theory in a Changing World
Conceptions of Modernity

In seinem Buch zeigt Gerard Delanty (Professor an der Universität Liverpool) auf überzeugende Weise, daß, obwohl wir es im Moment mit einer Krise der Moderne zu tun haben, es dennoch übereilt bzw. falsch wäre, vom Beginn der Postmoderne zu sprechen. Das ist auch zugleich die Kernthese seines Buches und ein Thema, dem der Autor sich auf sehr verschiedene Weise nähert.

3-492-03519-1
Der Balkan
Geschichte und Politik seit Alexander dem Großen

In ihrem Buch Der Balkan - Geschichte und Politik seit Alexander dem Großen, versucht die Autorin Dorothea Razumovsky mit dem Klischeebild des Balkans als brutaler und verrohter Region aufzuräumen, indem sie diesem Bild seinen historischen Hintergrund vorhält. Zu Beginn ihres Buches beschreibt sie daher zunächst einmal einige der Mißverständnisse und falschen Vorstellungen, die das Wort 'Balkan' bei vielen Menschen auslöst. Razumovsky versucht also eine andere Perspektive als die gewöhnliche im Hinblick auf die historischen Prozesse, welche die Region geprägt haben zu eröffnen und wirft zur gleichen Zeit einen kritischen Blick auf die verschiedenen Interessenskonflikte, welche die Balkanpolitik der Großmächte zu unterschiedlichen Zeiten geprägt haben.

3-7890-6623-0
Staatliche Industriepolitik
Begründungen, Instrumente und Probleme

Nach Aussage des Verfassers ist es das Ziel der Arbeit zu klären, 'was im einzelnen unter dem Begriff Industriepolitik zu verstehen ist, welche Elemente diese Art der Wirtschaftspolitik im einzelnen umfaßt und wie sie aus ordnungspolitischer Sicht zu beurteilen ist'. Als Arbeitsbegriff wird Industriepolitik definiert als 'ein Teilbereich der Wirtschaftspolitik, der die bewußte und geplante Formulierung von Zielen sowie die zielgerichtete Entwicklung und den zielgerichteten Einsatz von Methoden durch die Träger der Wirtschaftspolitik beinhaltet, wobei sie im industriellen Bereich der Wirtschaft einer Region den Ablauf des Wirtschaftsgeschehens zu ordnen, zu beeinflussen bzw. unmittelbar festzulegen sucht und eines der zentralen Zwischenziele die Einwirkung auf den Strukturwandel ist'.

3-88474-942-0
Arbeitermilieus in der Provinz
Geschichte der Glas- und Porzellanarbeiter im 20. Jahrhundert

Schon längst sind die klassischen Industrien in die Periode ihrer Musealisierung eingetreten. Wo einst Maschinenlärm dröhnte, das Blaugrau der Arbeitskleidung die Szene dominierte und der Rauch aus Fabrikschornsteinen zum Landschaftsbild gehörte, wandelt heute ein mehr oder weniger interessiertes Publikum durch renaturierte Werksgelände, auf denen Hallen, Fördertürme und wohlkonservierte Maschinen als Ausstellungsstücke stehen. Mit dieser Musealisierung, die freilich nur die seltenere Alternative gegenüber Abriß oder Umbau war, boomte auch die Historisierung.

3-7890-6283-9
Rechts- oder kriminalpolitische Argumente innerhalb der Strafgesetzesauslegung und -anwendung

9Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um eine im Wintersemester 1998 / 99 von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Kiel angenommene Dissertation. Der wissenschaftliche Titel der Arbeit verrät nur dem Kenner, daß hier eine Grundsatzfrage der Strafgesetzesauslegung und -anwendung aufgeworfen wird. 'Rechts-' und 'kriminalpolitische Argumente' sind üblich und weit verbreitet. Was genau ist aber ihr Inhalt, wie fügen sie sich ein in den Kanon akzeptierter Auslegungsregeln; sind sie überhaupt zulässig bzw. unter welchen Voraussetzungen sind sie zulässig? Dies sind die Fragen, mit denen sich die Arbeit beschäftigt und auf die sie eine Antwort zu geben versucht.