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978-3-11-062143-3
Ko-Erinnerung
Grenzen, Herausforderungen und Perspektiven des neueren Shoah-Gedenkens

Im April 2018 fand unter dem Titel „Ko-Erinnerung. Grenzen, Herausforderungen und Perspektiven des neueren Shoah-Gedenkens“ eine Tagung des Graduiertenkollegs 1767 „Faktuales & Fiktionales Erzählen“ der Universität Freiburg statt. 2020 ist der gleichnamige deutsch- und englischsprachige Tagungsband erschienen. Maßgeblich auf der Grundlage von Michael Rothbergs Monografie „Multidirectional Memory“ (2009) werden darin verschiedene Aspekte der gegenwärtigen literarischen, medialen und kulturellen Erinnerungen an die Shoah und den Holocaust sowie an andere Genozide und staatlich organisierte Verbrechen vorgestellt. …

978-3-86331-555-9
Öffentlichkeit und Inszenierung
Besuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern zwischen 1933 und 1945. Geschichte der Konzentrationslager 1933-1945, Band 16

Lange Zeit versuchte die postnationalsozialistische Volksgemeinschaft, die Konzentrationslager, ihre Häftlinge und die an ihnen begangenen Verbrechen weit von sich zu schieben, indem die Lager als hermetisch abgeschirmte ferne Inseln des Terrors dargestellt wurden, mit denen die Gesellschaft nichts zu tun gehabt habe. Bereits in etlichen frühen Berichten Überlebender der Lager konnte, wer wollte, zahlreiche Hinweise auf die vielfältigen Verflechtungen der KZ mit den Orten und Regionen sowie ihren Bewohnern in ihrer Nachbarschaft finden. …

978-952-345-079-0
Lumikuningas. Kustaa II Aadolf ja 30-vuotinen sota
(Der Schneekönig. Gustav Adolf und der Dreißigjährige Krieg)

Olli Bäckströms auf Finnisch erschienener Lumikuningas ist chronologisch geordnet, springt aber von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz. Bäckström folgt den sieben Armeen des Königs von Pommern bis zum Bodensee und von der Mosel bis Schlesien und zwischendurch auch den Tentakeln des Krieges bis in andere Erdteile. Seine Schilderung der Geschehnisse im 'Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation' schöpft er aus drei Hauptquellen, …

978-3-95490-367-2
Reise durch Nubien
Fotos einer Expedition um 1900. Menschen - Reisen - Forschungen

Leserinnen und Leser des vorliegenden Bandes erwartet die detailreiche Aufbereitung eines fotografischen Konvoluts von 341 Kollodiumpapieren aus Beständen des Berliner Ägyptischen Museums. Die Kenntnis über diese Abzüge war infolge falscher Beschriftung und mehrdeutiger Inventarnummern verloren gegangen, konnte aber durch Jana Helmbold-Doyé und Thomas L. Gertzen einer kleinen Forschungsexpedition zugewiesen werden, die 1900 nach Nubien reiste. …

978-3-87134-813-6
Der Dreißigjährige Krieg
Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648

Bereits in seinem 2002 erschienenen, vielbeachteten und hochgelobten Buch „Die neuen Kriege“ hatte Herfried Münkler dafür votiert, den Dreißigjährigen Krieg als „Analyserahmen und Vergleichsfolie“ für die rezenten asymmetrischen Kriege zu nutzen, um auf diese Weise deren Verständnis zu ermöglichen und Lösungsstrategien abzuleiten. Diesem Ansatz folgt der Berliner Politikwissenschaftler auch in seiner umfangreichen Monographie zum Dreißigjährigen Krieg, die sich nicht zuletzt dadurch von Georg Schmidts kurz danach veröffentlichtem, ähnlich voluminösem Werk „Die Reiter der Apokalypse“ (München 2018) unterscheidet. …

978-3-86331-536-8
Dark Tourism
Reisen zu Stätten von Krieg, Massengewalt und NS-Verfolgung

„Darf man am Denkmal für die ermordeten Juden Europas eine Bratwurst essen oder in Auschwitz ein Selfie knipsen?“ (S. 8), fragen die Herausgeber Frank Bajohr und Axel Drecoll provokant und führen damit hinein in die Diskussion um Dark Tourism, also Reisen zu makabren und mit Tod verbundenen Orten, wie z. B. Schlachtfeldern, Tatorten, Friedhöfen oder auch Gedenkstätten. Häufig sind über 50% der Besucherinnen von Gedenkstätten im Rahmen einer touristischen Reise dort – Tendenz steigend. Das Besuchen dunkler Orte hat jedoch den Ruch des Trivialisierenden und niederer Beweggründe …

978-3-593-51129-0
"Ausschaltung der Juden und des jüdischen Geistes"
Nationalsozialistische Kulturpolitik 1920-1945

Mit Jörg Osterlohs „‚Ausschaltung der Juden und des jüdischen Geistes‘ Nationalsozialistische Kulturpolitik 1920-1945“ ist eine der umfangreichsten Studien zur Kulturpolitik antisemitischer Parteien und insbesondere der NSDAP erschienen. Osterloh promovierte 2004 über die Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland und ist seit 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt a.M. Das Forschungsfeld, dem er sich hier widmet, ist nicht neu, doch gibt es wenige so breite Untersuchungen wie die hier rezensierte. …

978-91-7545-691-1
Stridens verklighet. Döden på slagfältet i svensk historia 1563–1814
(Wirklich im Gefecht sein. Der Tod auf dem Schlachtfeld in der schwedischen Geschichte 1563–1814)

Lars Ericson Wolke muss, als er sich an diese Arbeit machte, über eine in Jahrzehnten gewachsene Sammlung von Notizen zum Thema „Gefallene“ und „Begrabene“ verfügt haben. Der Zeitumfang ist beeindruckend: die Beispiele beginnen schon in der Antike und verdichten sich dann ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Man merkt, dass der Verfasser in seinem früheren Brotberuf Archivar war und sich besonders im Stockholmer Krigsarkiv gut auskennt. Lars Ericson Wolke setzt mit seinen Büchern die illustre Reihe schwedischer Archivare, die zu Historiographen mit einer Neigung zur Militärgeschichte wurden …

978-3-7022-3711-0
Der hohe Preis des Friedens
Die Geschichte der Teilung Tirols. 1918-1922

Die Autoren haben sich die zeitlich schmale, dennoch turbulente Etappe jener vielen ersten Schritte zur Eingliederung Südtirols in den Staat Italien vorgenommen. Dazu unterbreiten sie Akteure wie Aktionen sowohl auf Tiroler wie, fernab, auf hoher politischer Ebene der Siegermächte des Ersten Weltkriegs; Italien als Mittriumphator war in den Verhandlungen über den Landstrich Südtirol entsprechend erfolgreich.

978-3-8353-3515-8
Die Ehemaligen
Der Nationalsozialismus und die Anfänge der FPÖ

Als „quellenbasierte und umfassende Studie zur Vor- und Frühgeschichte der FPÖ“ (= Freiheitliche Partei Österreichs; S. 9) liegt nun eine Novität vor. Nach der Autorin „finden sich im VdU [= Verband der Unabhängigen] (und später auch in der FPÖ) durchaus viele ehemaligen Nationalsozialisten, die sowohl ihrer Funktion und Tätigkeit in der NS-Zeit als auch ihrer Gesinnung nach als ‚belastet‘ einzustufen sind“ (S. 126).