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978-3-86312-006-1
Titel
Wasser, Wein und Öl
Untertitel
Die Lebenssäfte der römischen Welt
Kurzbeschreibung

Die vielfältigen Anwendungsbereiche von Öl - z. B. beim Ringkampf, in der Medizin oder bei der Speisezubereitung -, von Wein - z. B. im Kult - und von Wasser - z. B. bei der Wasserzu- und Wasserableitung der Hauptstadt - sind nur einige wenige, ausgesuchte Themen des anzuzeigenden Bandes. Karl-Wilhelm Weeber beschreibt also die Nutzung, Bedeutung und Wertschätzung der drei „Lebenssäfte der römischen Welt“. Zeitlich beschränkt er sein Buch auf die römische Antike – von der Republik bis zur Kaiserzeit. Es ist kein Fokus auf die eine oder andere Epoche gelegt worden. Geographisch grenzt er seine Untersuchung auf auf Rom, seine Provinzen und das Umland ein. ...

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978-3-8062-2708-6
Titel
Die Bernsteinstrasse
Untertitel
Archäologie in Deutschland, Sonderheft
Kurzbeschreibung

„Tränen der Götter“ wurde der Bernstein in der römischen Antike genannt. Den Römern war er ein kostbares Gut, das der Elite vorbehalten war. In seinem Abbaugebiet an der Ostsee dagegen war er auch der breiten Bevölkerung zugänglich. Doch wie ist der Bernstein von der Ostsee quer durch Europa bis ans Mittelmeer gelangt und welche Bedeutung hatte er? Auf diese Fragen gibt „Die Bernsteinstrasse“ Antworten.

„Die Bernsteinstrasse“ wurde im April 2014 als Sonderheft von Archäologie in Deutschland von Dieter Quast und Michael Erdrich herausgegeben. ...

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978-3-8251-7913-7
Titel
Selma Lagerlöf
Untertitel
Värmland und die Welt. Eine Biografie
Kurzbeschreibung

Eine ihrer zentralen Kindheitserfahrungen scheint die Kränkung gewesen zu sein. In ihren Jugenderinnerungen (Anfang 2016 unter dem Titel „Die Erinnerungen“ gleichfalls im Urachhaus Verlag publiziert: eine Zusammenschau aller drei Bände ihrer Autobiographie) beschreibt sie ihre Verzweiflung, als sie zum Tanzen gehen soll. Sie ist dreizehn Jahre alt. Sie sieht ihren Vater im Schaukelstuhl sitzen und eine Zeitung lesen. Er, der mit seiner Familie auf dem Gut Mårbacka in Värmland lebt, will seinen Kindern heute etwas Besonderes bieten. Er wird sie mitnehmen zu einem „Picknickball“ im Nachbarort Sunne. Selma, ihre zwei älteren Brüder und ihre ältere Schwester Anna sollen sich vergnügen. „Bitte, laß mich zu Haue bleiben, ja?“, bettelt Selma. Warum kommt sie mit diesem absonderlichen Wunsch zu ihm? „Weil ich nicht zum Tanzen aufgefordert werde, das weißt du wohl, Vater; niemand will mit mir tanzen, weil ich ja hinke.“ ...

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978-3-462-04894-0
Titel
Notre Dame de Dada
Untertitel
Luise Straus-Ernst - das dramatische Leben der ersten Frau von Max Ernst
Kurzbeschreibung

Sie wurde nur 51 Jahre alt. Ihr Leben begann 1893 in Köln und endete 1944 in Auschwitz. Nur vier Jahre von ihr haben – wenn überhaupt – in der Kunstgeschichte überdauert: Von 1918 bis 1922 war Luise Straus mit dem später berühmten Maler Max Ernst verheiratet und gebar ihm 1920 sein einziges Kind, den Sohn Jimmy. Sie war die „Mutter“ der traumatisiert aus dem ersten Weltkrieg heimgekehrten mittellosen Künstler, die den Dadaismus kreierten; sie sorgte für Schnaps, Zigaretten und Geld, arbeitete u. a. als Strumpfverkäuferin. Dabei war die von ihrem ersten Mann – der sie nur einmal und noch dazu mit falsch geschriebenem Namen in seiner Autobiographie erwähnt – und von seinen Rezipienten marginalisiere Tochter eines jüdischen Hutfabrikanten eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen Deutschlands und literarisch hochbegabt: Sie war eine der renommiertesten Journalistinnen der Weimarer Republik ...

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978-3-89735-969-7
Titel
Vater unser
Untertitel
Eine Sintifamilie erzählt
Kurzbeschreibung

Der schmale Band Anita Awosusis umfasst gleich zwei Bücher in einem. Zum einen erzählt sie die Lebensgeschichte ihres Vaters, des Geigenbauers Hermann Weiß, und zum anderen berichtet Anita Awosusi von ihrem eigenen Weg in Nachkriegsdeutschland. Ausgangspunkt und Grundlage waren – wie häufig bei Zeugnissen von Sinti und Roma – mündliche Erzählungen von Hermann Weiß über seine Verfolgung und Deportation. Er legte nicht leichten Herzens Zeugnis ab, sondern es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit – die freilich schließlich mit einer ebenso interessanten wie aufschlussreichen Lebenserzählung belohnt wurde.

Hermann Weiß wurde 1925 geboren und wuchs in Karlsruhe als Sohn des Geigenbauers Michael Weiß auf. Über die frühen Jahre weiß Awosusi nicht viel zu berichten; ...

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978-3-10-075140-9
Titel
Der deutsche Krieg
Untertitel
1939 - 1945
Kurzbeschreibung

An Büchern über den Zweiten Weltkrieg, so mag man meinen, mangelt es weiß Gott nicht. Neben den unzähligen Spezialstudien sind inzwischen auch die Gesamtdarstellungen nur schwer überschaubar. Der umfangreichen Bibliothek über den Zweiten Weltkrieg fügt Nicholas Steingardt nun ein weiteres, über 800 Seiten starkes Werk hinzu. Er selbst scheint einen gewissen Rechtfertigungsdruck gespürt zu haben, begegnet dem in der Einleitung leider aber mit unnötigen (und falschen) Zuspitzungen. So macht er beispielsweise eine bis in die Gegenwart andauernde „tiefe Spaltung“ (S. 16) in der Beurteilung der Deutschen jener Zeit aus: „Deutsche gelten weiterhin entweder als Opfer oder als Täter“ (ebd.) – Grautöne, differenzierte Wahrnehmungen und Folgerungen, das wird deutlich, soll sein Buch (erstmals) bieten ...

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978-3-95510-094-0
Titel
Hitlers Inselwahn
Untertitel
Die britischen Kanalinseln unter deutscher Besetzung 1940-1945
Kurzbeschreibung

Teju Cole, der amerikanische Kulturwissenschaftler mit Blick für das Große, sagte einmal bei einer Lesung, dass er keine Rezensionen schreibe, in denen er nur das Buch danach bewerte, ob es gut und informativ oder das Gegenteil sei. Viel wichtiger sei ihm die Geschichte hinter dem Buch, was es widerspiegelt und welche kulturellen Strömungen in ihm sichtbar werden.

Eine klassische Rezension zu John Nettles Aufarbeitung der fünf Jahre währenden deutschen Besatzung der Kanalinseln Guernsey, Jersey, Sark und Aldernay wäre – würde man Teju Coles Ansatz nicht heranziehen – schnell geschrieben. Zu eindeutig ignoriert Nettles in dem Buch akademische Standards: Zitate werden grundsätzlich nicht belegt und auf 334 Textseiten kommen lediglich 111 Endnoten, die sich dann hauptsächlich auf inhaltliche Aspekte beschränken ...

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978-3-86854-302-5
Titel
Verhängnisvoller Wandel
Untertitel
Ansichten aus der Provinz 1933-1949. Die Fotosammlung Biella
Kurzbeschreibung

Die beiden Hamburger Wehrmachtausstellungen und ihre Diskussion und der sogenannte visual turn haben die Zeitgeschichtsschreibung um eine wichtige mediale Dimension erweitert und vertieft, die Bildgeschichte. Seitdem sind eine Reihe interessanter und neuer Bildbestände erschlossen und sehr gut aufgearbeitet worden, mit großem Gewinn für das ‚Bild‘ vom 20. Jahrhundert insgesamt. Mit dem vorliegenden Band haben Herausgeber Thomas Medicus sowie die Autorinnen und Autoren nun Alltag und Inszenierung des NS-Regimes in der Provinz in einer gewinnbringenden Art freigelegt und analysiert.

Es war der Fund eines umfangreichen lokalen Fotobestands, der den Anlass zu dem Band gab. ...

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978-3-86331-312-8
Titel
Der Beginn des Untergangs
Untertitel
Die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in Polen und das Vermächtnis des Wilnaer Komitees
Kurzbeschreibung

In den letzten Jahren hat sich die Forschung vermehrt den frühen Dokumentations- und Publikationsbemühungen zum Holocaust zugewandt – angefangen bei den Untergrundarchiven oder offiziellen Archiven in Gettos wie Warschau, Wilna, Białystok oder Lodz bis hin zu den zahlreichen, nach dem Krieg entstandenen Jüdischen Historischen Kommissionen in den befreiten Ländern Europas. Auch eine ganze Reihe der in diesen Kontexten entstandenen Publikationen sind wieder oder erstmals zugänglich gemacht worden. Das Buch von Miriam Schulz über die Arbeit des Wilnaer Komitees 1939/40 bereichert diesen Forschungstrend nicht nur erheblich, sie schließt eine große Lücke, indem sie das Bindeglied zwischen den Vorkriegsaktivitäten des Wilnaer YIVO-Instituts zu den Untergrundarchiven der Gettos ...

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978-3-86674-527-8
Titel
Majdanek
Untertitel
Ein früher Zeitzeugenbericht vom Todeslager
Kurzbeschreibung

Die Befreiung Majdaneks im Juli 1944 – der Krieg und das Leiden in vielen anderen Lagern sollte noch fast ein Jahr dauern – machte Schlagzeilen auf der ganzen Welt. Viele bisherige Skeptiker und Zweifler begannen nun, die verbrecherischen Abgründe der NS-Herrschaft zu ahnen, begreifen aber konnten es die wenigstens, sogar nicht (oder schon gar nicht) die überlebenden Opfer selbst. Manchen verschlossen die erlittene Gewalt, der Verlust vieler Familienmitglieder, die Demütigungen und vieles mehr den Mund – sie konnten oder sie wollten nicht darüber sprechen. Andere hingegen verspürten einen fast überwältigenden Zeugnisdruck, dem sie Ausdruck verleihen mussten.

So auch Mordechai Strigler, dessen Zeugnis über einen mehrwöchigen Aufenthalt in Majdanek nun endlich auf Deutsch vorliegt. ...