Herzlich Willkommen auf der neuen Website des Wissenschaftlichen Literaturanzeigers (WLA).

Auf der Startseite sehen Sie immer die neuesten Rezensionen, den Jahrgang 2020 finden Sie komplett unter "Aktueller Jahrgang" und im "Archiv" die Rezensionen der Jahrgänge 2019 bis 2002.

Die zehn neuesten Rezensionen

Bild
978-3-86732-323-9
Titel
Halb Europa in Brandenburg
Untertitel
Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen
Kurzbeschreibung

Anno Domini 2020 war es in der Tat hohe Zeit, eine Regionalgeschichte des 30-jährigen Krieges und seiner Folgen für Brandenburg zusammenzustellen. Viele Regionen waren vorangegangen, mal animiert von Jubiläen des Westfälischen, 1650 in Nürnberg vollendeten Friedens (so Bayern und Mecklenburg 1848, Osnabrück und Westfalen 1998) mal zur Erinnerung an Belagerungen, Eroberungen und Schlachten (so in Franken besonders die Region Mittelfranken um Nürnberg 1782, 1832, 1932 und 1982, aber auch Mainfranken mit Königshofen, Schweinfurt, Würzburg und Wertheim 1931). …

Bild
978-3-506-73245-3
Titel
Verstehen und Interpretieren
Untertitel
Zum Basisvokabular von Hermeneutik und Interpretationstheorie
Kurzbeschreibung

Verstehen und Interpretieren sind Begriffe, mit denen jede/-r Wissenschaftler/-in täglich umgeht. In den wenigsten Fällen wird hinterfragt, was ihnen eigentlich zugrunde liegt und welche Beziehung sie zueinander haben. Der Sammelband „Verstehen und Interpretieren. Zum Basisvokabular von Hermeneutik und Interpretationslehre“ geht dieser Frage nach. Er bildet den Anfang der Reihe „Hermeneutik und Interpretationstheorie“. Diese Reihe hat es sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Monographien und Tagungsbände in diesen Gebieten zu publizieren, um so die Gelegenheit zu einem interdisziplinären Austausch zu geben. Vor allem die Jahrestagungen des „Netzwerkes Hermeneutik und Interpretationstheorie (NHI)“, welches vom Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie der Theologischen Fakultät in Zürich koordiniert wird …

Bild
978-3-451-27149-6
Titel
Beten bei Nebel
Untertitel
Hat der Glaube eine Zukunft?
Kurzbeschreibung

Die Bewertung der lebenden Päpste (S. 51-69) erfolgt wohlwollend milde, spart Kritik jedoch nicht aus. Franziskus, der „so viele Personen aus dem Vatikan wirft, die von Benedikt geholt worden sind“ (S. 52), wird gleichsam kritisch beleuchtet wie der eurozentrische Führungsstil des Ratzinger-Papstes, dessen Pontifikat „etwas zunehmend Irreales angenommen“ hatte (S. 54).

Die Profile Joas und Spaemann machen den Band lesenswert: Spaemann, der Wortführern der 68er einst zurief, es wäre ihm lieber „ihr würdet heute Abend erschossen“ (S. 49), spricht melancholisch-resigniert viel über Glaubensverlust – Joas, stets zum Widerspruch neigend, unter anderem über die kirchliche „Haltung zur nationalen Frage, zur sozialen Frage und zur demokratischen Frage“ (S. 31). …

Bild
978-3-506-70432-0
Titel
Der Koran in seinem religions- und weltgeschichtlichen Kontext
Untertitel
Eschatologie und Apokalyptik in den mittelmekkanischen Suren. Beiträge zur Koranforschung; 1
Kurzbeschreibung

Dr. Zishan Ghaffar promovierte am Zentrum für Islamische Theologie der Wilhelms-Universität Münster und ist seit 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Akademievorhaben Corpus Coranicum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört explizit die historisch-kritische Koranexegese und daher verwundert es kaum, dass, nach seiner ersten Monografie zum historischen Muhammad in der islamischen Theologie, Ghaffar ein stark methodisch orientiertes Buch zu den Verhältnissen und dem Bezugsrahmen des Koran präsentiert. …

Bild
978-3-608-50448-4
Titel
Autobahn
Untertitel
Ein Jahr zwischen Mythos und Alptraum
Kurzbeschreibung

Dem Thema von Michael Kröcherts aktuellem Buch Autobahn. Ein Jahr zwischen Mythos und Alptraum kann man kaum ausweichen; rund 40 Millionen Fahrer von Kraftfahrzeugen gibt es nach Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamtes im Jahr 2019, die sich auf mehr als 47 Millionen Fahrzeuge verteilen. Kaum einer dürfte darunter sein, der nicht schon einmal die blau-weiß beschilderte Schnellstraße genutzt hat.

Während diese Kurzanzeige entstand war auch der Rezensent mit seiner Familie unterwegs auf der Autobahn – bei Kassel-Nord war die Gegenfahrbahn wegen eines Unfalls mit zwei LKW und einem Kleintransporter gesperrt. Ein Rettungshubschrauber auf dem Standstreifen deutete die Tragik des Geschehens an. …

Bild
978-3-15-020550-1
Titel
Archäologie
Untertitel
100 Seiten
Kurzbeschreibung

Archäologie lässt sich einfach als die Beschäftigung mit Dingen beschreiben, die uns Menschen früherer Zeiten hinterlassen haben. Dass diese Definition bei weitem zu kurz greift, stellt Kurt Wallat auf 100 Seiten in seinem „Archäologie“-Band richtig. Es ist ein Buch aus der Praxis heraus konzipiert, mit vielen anschaulichen Beispielen und in einem sehr gut zu lesenden, teilweise plauderhaft anmutenden Duktus geschrieben. Der Autor ist als Ausgräber in Pompeji (der Ort, auf den er wiederkehrend eingeht) mit der Feldarbeit bestens vertraut, und seine editorischen Tätigkeiten lassen ihn den richtigen Ton treffen, seinen Kenntnisreichtum für ein interessiertes Publikum adäquat zu vermitteln. …

Bild
978-3-15-019671-7
Titel
Antike Mythen in der Kunst
Untertitel
100 Meisterwerke
Kurzbeschreibung

Die Zahl an Meisterwerken der bildenden Kunst, die antike Themen zum Vorbild haben und sie zeitgenössisch verarbeiten, sind weit mehr als die hundert, welche Lars Olof Larsson in dem Reclam-premium-Band Antike Mythen in der Kunst vorstellt. Dennoch ist es dem Verfasser gelungen, einen interessanten Querschnitt für eine kunst- und kulturgeschichtlich interessierte Leserschaft zusammen zu stellen. Selbstverständlich dürfen „Highlights“ wie etwa Botticellis „Geburt der Venus“ (S. 42-43), Michelangelos „Bacchus“ (S. 48-49), Cranachs „Urteil des Paris“ (S. 57-58) oder Berninis „Apoll und Daphne“ (S. 118-119) nicht fehlen. Dazu treten exemplarisch noch eine Auswahl der bekannten Radierungen von Picasso (S. 214-215) oder Matisse (S. 220-221), Rundbilder von Rodin (S. 192-193), Maillol (S. 198-199), Kolbe (S. 208-209), Lüpertz (S. 234-235), aber auch Arno Breker (S. 218-219). …

Bild
978-3-7615-6645-9
Titel
Die Zehn Gebote
Untertitel
Verstehen, was wir tun können
Kurzbeschreibung

Kirchenkabarettist und Professor an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum Okko Herlyn geht in seiner aktuellen Publikation Die zehn Gebote der Frage nach, in wie weit die bekannten jüdischen Texte der Bibel als Kompass in gegenwärtigen Alltagserfahrungen taugen. Provokant stellt er zur Diskussion, ob sich mit Hilfe Jahrtausende alter Regeln, die im Denken in Kategorien von „Knecht“ und „Magd“ (S. 10) (oder besser vielleicht „Sklaven“) entstanden sind, noch ein Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen herstellen lässt.

In seiner Einleitung („Zwischen Parteitag, Heino und ‚Quick‘“; S. 7-17) skizziert er die Themen seiner Fragestellungen und geht auf den Ursprung der Zehn Gebote sowie die verschiedenen Fassungen davon in Ex 20,2-17 und Dtn 5,6-21 ein. (S. 13-17) …

Bild
978-3-412-50743-5
Titel
Trolle
Untertitel
Ihre Geschichte von der nordischen Mythologie bis zum Internet
Kurzbeschreibung

Der Autor weist hier Imaginationen des Gebildes ‚Trolle‘ ihren eigentlichen geistigen (soziokulturellen, mythologischen) und regionalen (Skandinavien) Ursprüngen zu; viele andere Kreationen von Trollen verweist er durch Auf- und Nachweise von deren Modifizierungen, quasi Derivatbildungen, die bis zu ihrer gänzlichen Umgestaltung reichen, auf ihre nachgereihten Plätze.

Die Frage der Legitimität von (Um-)Wandlungen der Trollgestalten offen lassend, gilt Simeks Präferenz auffällig, als Movens und Ziel seiner Darstellung, den „ursprünglichen Vorstellungen von Trollen“ (S. 11): gleichsam einem Phänotyp, entstanden aus naturräumlich bedingten, (vorchristlich)religiösen-kulthaften-mythologischen Bedürfnislagen. …

Bild
978-3-99050-145-0
Titel
Von Friedensfurien und dalmatinischen Küstenrehen
Untertitel
Vergessene Wörter aus der Habsburger Monarchie
Kurzbeschreibung

Versammelt und kommentiert werden hier gängige Begriffe, stehende Redewendungen, eine Art donaumonarchischer ‚Sprech‘, welcher heute in vielen Fällen als „Unwörter“ (S. 20) eben gerade nicht in die Kategorie von ‚political correctness‘ fallen würde. Auf diese Weise hebt die Verfasserin die bewussten Harmonisierungen, versuchsweise Lebbarmachungen von damit gemeinten Übelständen ins gegenwärtige Bewusstsein.

Orientiert am Alltagsleben, soll es Konturen gewinnen über die humorigen Sprachschöpfungen, mit Analysen und Beschreibungen, worüber man sich lustig machte und was bewältigt werden wollte. Zur Unterstützung und Beglaubigung bedient sie sich dabei zeitgenössischer Quellen, wie Statistiken, Karikaturen, Postkarten, Fotos u.a.m. …