Adam Marks’ Studie rückt die Anwerbung und den Einsatz von englischen Offizieren und Soldaten in den kontinentaleuropäischen Kriegen der 1620er und 1630er Jahre in den Mittelpunkt der Betrachtung. Marks konzentriert sich hierbei dezidiert auf englische Soldaten; seine Studie steht mithin komplementär neben den Studien von Alexia Grosjean und Steve Murdoch zu den schottisch-nordeuropäischen militärischen Verflechtungen im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Der hauptsächliche Ansatz des Verfassers ist es, der entkoppelten Betrachtung britischer und kontinentaleuropäischer Entwicklungen am Vorabend der Kriege der Drei Königreiche (Wars of the Three Kingdoms) vor allem durch die britische Geschichtsschreibung entgegenzuwirken. Neben britischen werden von Marks auch dänische, niederländische, deutsche und schwedische Archivalien herangezogen. Dementgegen stützt sich der Verfasser lediglich auf englischsprachige Forschungsliteratur; einschlägige Studien, wie etwa jene von Magnus Rüde oder Elmar Weiß, finden keine Beachtung.
Zunächst nimmt Marks die Gegenwärtigkeit des kontinentaleuropäischen Kriegsgeschehens und der kurpfälzischen bzw. der protestantischen Sache in der britischen Öffentlichkeit in den Blick. Anschließend führt er die Bedeutung der anglo-niederländischen Brigaden als de facto stehender Armee der frühen Stuart-Könige aus. Marks gelingt der Nachweis der hohen Bedeutung englischer Truppenverbände für die militärische Behauptung der Generalstaaten der Niederlande im Achtzigjährigen Krieg gegen die Krone Spanien. Ein Bruch zur Praxis von Königin Elizabeth I. ist demgemäß in der ganzen Regierungszeit von James I. und in den frühen Jahren von Charles I. nicht feststellbar. Diese Verbände waren die vorrangigen Pools militärischer Expertise für die frühen Stuart-Könige und das Rückgrat für militärische Engagements andernorts. In der Folge betrachtet Marks in chronologischer Reihe die Teilnahme englischer Truppen in der pfälzischen, der dänisch-niedersächsischen und der schwedischen Kriegsphase des Dreißigjährigen Krieges. Gerade unter König James I. gelang es, den militärischen Beistand für Tochter und Schwiegersohn als ein Instrumentarium in der vielschichtigen, ineinandergreifenden Politik des Königs effektiv einzusetzen. Das komplexe Politikdesign des Vaters zersplitterte unter Charles I. in den späten 1620er Jahren zu einem konkurrierenden Nebeneinander verschiedener militärischer Projekte, deren Umsetzungen sich gegenseitig lähmten. Für die 1630er Jahre präsentiert Marks – neben den kurzlebigen Unternehmungen des Marquis of Hamilton und des Lord Craven – vor allem eine Geschichte des Regiments von George Fleetwood, der eine markante militärische Karriere in Diensten der Krone Schweden absolvierte. Abgerundet wird Marks’ Darstellung mit einem kursorischen Blick auf die Kontinuitäten zwischen Dreißigjährigem Krieg und den Kriegen der Drei Königreiche.
Auf den politischen Rahmen und die diplomatischen Aktivitäten König James’ I. wird zwar gelegentlich rekurriert, eine Auseinandersetzung mit dieser Komponente der britischen Verwicklung in den Dreißigjährigen Krieg erfolgt jedoch nicht. Die These von Marks, „that England was in fact a participant in continental warfare“ (S. 182), gründet mithin allein auf der Behandlung englischer Truppenkontingente in den Armeen der niederländischen Republik, des Kurfürsten von der Pfalz, des Königs von Dänemark und der Krone Schweden. Marks’ Diskussion der Kriegsteilnahme der Krone England ist weitgehend auf die Dimension der Truppenpräsenz begrenzt. Die Perspektive auf das Kriegsgeschehen in den Territorien des Heiligen Römischen Reiches ist eine dezidiert europäische; die reichspolitische Dimension des Krieges und das Agieren reichsständischer Akteure finden keinen Raum. Beispielsweise wird aufgrund dieser Betrachtungsweise der Konflikt um die Unterpfalz in den frühen 1620er Jahren zu einem rein spanisch-englischen Ringen, bei welchem Bayern und die Liga allenfalls am Rande involviert sind.
Abgerundet wird der insgesamt äußerst lesenswerte Band durch einige Auflistungen von Offizieren und Soldaten (v.a. zu den Offizieren in George Fleetwoods Regiment für den Zeitraum der gesamten 1630er Jahre), ein bibliographisches Verzeichnis und ein Register.


