Titel
Römische Geschichte
Untertitel
Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Günter Laser
Rezension

Die Einleitung der Monografie behandelt die Gestaltung des Werks und die daraus resultierenden Probleme der Autorenzuordnung. Da die Darstellung eine rhetorische und literarische Ausgestaltung mehr als historische Korrektheit bevorzugt, ist die Annahme, dass diese Arbeit eher die eines Dichters ist als die eines Historikers.

Die Geschichte Roms wird in den Lebensabschnitten eines Menschen erzählt, also der Kindheit, der Jugend, des Erwachsenseins und schließlich des Greisenalters. Aufgrund der unzuverlässigen antiken Quellen und dem Fehlen der praenomen und nomen gentile ist eine genaue Zuordnung des Autors nicht möglich. Nach dem codex Palatinus aus dem neunten Jahrhundert soll ein L. Annaeus Florus Verfasser gewesen sein, der eventuell identisch ist mit P. Annius Florus, der ein befreundeter Dichter des Kaisers Hadrians war.

Das Werk bietet keine nach rein chronologischen Aspekten aufgelistete Zusammenstellung von Ereignissen, sondern versucht durch eine Vielzahl von Quellen thematische Schwerpunkte zu setzen. Die aufgezeichneten Geschehnisse orientieren sich vor allem an den kriegerischen Auseinandersetzungen und weniger an innenpolitischen Thematiken.

Im ersten Buch behandelt Florus die ersten auswärtigen Kriege Roms bis zum Jahr 53 v.Chr. Diese Zeit identifiziert er mit den ersten Lebensabschnitten des Menschen. Nach ihm stellt die Königszeit zu Beginn Roms die Kindheit dar, die Jugend greift bis in das dritte Jahrhundert v. Chr. aus.

Das zweite Buch thematisiert das Erwachsenenalter von den innenpolitischen Reformen des Tiberius Gracchus bis zum Prinzipat des Augustus. Ab diesem Zeitpunkt bis zur Regentschaft Kaiser Trajans reicht nach Florus das Greisenalter. In diesem Abschnitt zeigt sich das ganze rhetorische Können des antiken Autors, der geschickt die Geschichte des Imperiums personifiziert abhandelt. Die Anmerkungen des Herausgebers Günter Lasers sind für das Verständnis dieser Passagen unerlässlich, da die Jahresangaben über die Nennung der Konsuln erfolgt und diese von Florus teilweise falsch angegeben worden sind.

Das Greisenalter Roms beginnt mit dem Prinzipat des Augustus, da seiner Meinung nach nun mehr keine gezielt geplante Expansion erfolgte. Auch wenn unter Trajans Herrschaft die bisher größte Expansion Roms stattfand, ist dies für den Autor kein Anlass für die „Wiederauffrischung der jugendlichen Kräfte“, sondern weicht seinem Eindruck der „allgemeinen Trägheit“.

Herausgeber und Übersetzer Günter Laser hat eine konzise Fassung vorgelegt, die leicht erfassbar und zu verstehen ist. Zudem helfen die zahlreichen wie klugen Anmerkungen der Leserschaft, die unvollständige und stellenweise schwer zu verstehende Chronologie nachvollziehbar zu machen. Seine Erläuterungen bieten zudem eine weitere Hilfe zum besseren Verständnis der rhetorischen Figuren, die Florus benutzt hat.

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