Titel
Versunkene Antike – Faszination Unterwasserarchäologie
Rezension

Der Bereich der Unterwasserarchäologie wurde in den letzten Jahren immer populärer und zieht nicht nur das Interesse von Tauchern und Archäologen auf sich. Tusa möchte nun mit seinen reich bebilderten Band die Faszination Unterwasserarchäologie den Menschen näher bringen. Der Titel ist prägnant und kurz, jedoch geht man beim Lesen davon aus, dass hier antike Schiffwracks aus dem ganzen Mittelmeerraum behandelt werden. Der Autor behandelt aber nur die Wracks, die rund um Sizilien zu finden sind. Diese beschreibt er teils sehr ausführlich und gibt auch Tipps für Tauchgänge. So verweist er mehrmals auf extra angelegte archäologische Tauchpfade. Was die Ortung der Wracks vor der Küste erschwert, ist die Tatsache, dass Tusa zwar beschreibt in welcher Bucht, vor welchem Ort oder in welchem Hafen ein Wrack liegt, man sich aber extra eine Karte von Sizilien besorgen muss, um zu wissen, wo genau es liegen könnte, da im Buch keine Karte von Sizilien abgedruckt ist, aus der man dies herausfinden könnte. Die farbenprächtigen Bilder der Über- und Unterwasserwelt, teils in Großformat, entführen den Leser in eine andere Dimension. Tusa bebildert seien Artikel sehr passend mit Unterwasseraufnahmen der Wracks, von Funden und der Überwasserlandschaft sowie mit Zeichnungen und historischen Bildern. Es kommt dadurch zu keiner Monotonie, und das Buch lässt sich sehr gut lesen und betrachten. Die Beschreibungen der Wracks sind oft sehr ausführlich und liefern viele Anekdoten zu Schiff und Ausgrabung, einige Beschreibungen fallen jedoch sehr kurz aus und beschränken sich nur auf das Nötigste. Trotzdem finden sich zu allen beschriebenen Wracks immer mehrere Bilder im Buch, sodass man einen guten Eindruck der Situation unter Wasser erhält. Leider gibt der Autor den Wracks oft Spitznamen anhand ihrer Ladung, sodass eine Suche nach weiteren Informationen erschwert wird. Auch sind viele verwendete Fachbegriffe für den Laien oft unverständlich, ein Glossar hätte hier Abhilfe geschaffen. Am Anfang des Buches gibt Tusa einen kurzen Überblick über die Unterwasserarchäologie von der Antike bis heute. Griechen und Römer beschränkten sich eher auf das Erkunden unter Wasser sowie das Bergen verlorener Schiffladungen. Über die Entwicklung der Tauchgeräte gelangt der Autor zu den ersten unterwasserarchäologischen Expeditionen bis zu den heutigen Standards. Anstatt diese Entwicklung weltweit zu betrachten, beschränkt er sich auf sein Heimatgebiet Sizilien. Dadurch erhält man vor allem einen sehr guten Einblick in Tusas Arbeitsgebiet, der auf Sizilien sehr zum Schutz der Unterwasserwelt beigetragen hat und der zuständige Archäologe für die Unterwasserwelt ist, der „Soprintendenza of the Sea“.

Abgerundet wird der Band durch das Vorwort von George F. Bass. Als Freund Tusas fühlte er sich geehrt, das Vorwort schreiben zu dürfen, und auch ist es eine Ehre für Tusa, dass Bass es verfasste. Bass gilt als „Vater der Unterwasserarchäologie“ und hat maßgeblich zur Etablierung und Weiterentwicklung dieses Bereichs beigetragen. Den Abschluss des Buches bilden zwei Kapitel über die Ausgrabungstechniken unter Wasser sowie die weitere Konservierung und Restaurierung der Funde, an deren Ende die Ausstellung in einem Museum steht.

Das Buch ist ein prächtiger Bildband, der sich vor allem an die interessierten Leser in der breiten Bevölkerung richtet. Es ist daher jedem zu empfehlen, der sich einen ersten Eindruck der Unterwasserarchäologie rund um Sizilien verschaffen will.

Zurück