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Auf der Startseite sehen Sie immer die neuesten zehn Rezensionen, den Jahrgang 2013 finden Sie komplett unter Aktueller Jahrgang und im Archiv die Rezensionen der Jahrgänge 2013 und 2012. In den kommenden Monaten werden die alten Jahrgänge (bis 2002) nach und nach ins Archiv eingepflegt.
Die zehn neuesten Rezensionen

Der Mensch glaubte. Er glaubte, dass Könige und Fürsten von Gottes Gnaden regieren, dass Untertanen auf ewig Untertanen bleiben müssen und Sünder sich von ihrer Schuld freikaufen können, dass es Frauen gibt, die als Hexen mit dem Teufel im Bunde stehen und man sie deshalb verbrennen dürfe. Man glaubte Vieles – vor allem aber, dass man zu glauben habe.

Der 1938 bei Wittenberg geborene und in Hildesheim aufgewachsene Literaturwissenschaftler Dieter Sevin entflieht 1958 der „verkrampften Nachkriegsatmosphäre“ in Deutschland, um in den Vereinigten Staaten ein neues Leben zu beginnen. Dabei halfen dem 20jährigen verwandtschaftliche Beziehungen, neue Freundschaften und auch eine Sehnsucht nach Amerika, die er schon als Kind verspürte. Daß es Dieter Sevin nach einer schwierigen Schulzeit und einer landwirtschaftlichen Lehre in Deutschland einmal zum „Chair of the Department“ des Instituts für Germanistik und Slavistik an der Vanderbilt Universität in Nashville bringen würde, konnte damals niemand voraussehen.

Christian Weber stellt seine Biographie in die Tradition der „Intellektuellen Biographien“ und betont damit sein Interesse am wissenschaftlichen Wirken Kommerells. Das Privatleben des 1944 im Alter von 42 Jahren früh verstorbenen Germanisten tritt demgegenüber in den Hintergrund. Der kurze Lebemsweg Max Kommerells bietet nun allerdings genügend Stoff für eine eingehende Untersuchung für die – wie Weber es etwas umständlich nennt – „Rekonstruktion der Erkenntnisproduktion in der Wissenschaftsgeschichte“ (S. 3). Dies umso mehr, da es sich bei Kommerell um eine „Doppelbegabung“ als Wissenschaftler und Schriftsteller handelt, dessen berufliche Entfaltung als Germanist nach der Habilitation von 1930 zudem in die Zeit des Nationalsozialismus fällt.

In der Publikation wird erstmals eine Edition der GIESSEN I und GIESSEN II (im Folgenden G I und G II) genannten Benediktinerregeln vorgelegt. Bei G I handelt es sich um einen Neufund, ein Fragment, das „mühsam von Bucheinbänden abgelöst und mit den Möglichkeiten heutiger Restaurationskunst konserviert“ (S. 5) wurde. G II ist eine 1676 abschnittsweise erst lateinisch und dann deutsch geschriebene Benediktinerregel, die laut Titelblatt von einer St. Galler Benediktinerregel abgeschrieben wurde, aber mit keinem der erhaltenen St. Galler Exemplare übereinstimmt.

Wer glaubt, den Untertitel dieses Werks im Blick, nur eine in Geschichte und Theorie übersetzungswissenschaftlich relevante Darlegung vor sich zu haben, wird sehr angenehm überrascht: Liefert Wolf doch konzise den Nachweis einer sozialkulturellen Multivalenz der multilingualen Habsburgermonarchie zur Zeit ihres gleichzeitigen Höhepunkts sowie Dämmerung ihres Bestehens, angeblich eine ‚Versuchsstation des Weltuntergangs‘ (K. Kraus), hier jedoch als Schauplatz mannigfaltigen ‚Übersetzungsbedarfs‘ und dessen auch gelingender Sättigung, wie sie aktuell einer durchaus wieder aufzunehmenden Fortsetzung bedürf(t)en.

Landschaften werden hier ‚berührt‘, und zwar kulturgeographisch (R. Guldin), berichtend (G. Madeja), kultur- (T. Hellmuth) sowie literarhistorisch (B. Müller-Kampel), ethnographisch (H. Konrad), satirisch (J. Perschy), satirisch-elegisch (D. A. Binder), verkehrstechnisch/fotografisch (H. Hofgartner) und schließlich durch Analyse eines architektonischen (An-)Gebots (J. Kassar). – Und dies mit gutem Grund, wird doch „im österreichischen Denken der Landschaft hohe identitätsstiftende Kraft zugesprochen“(S. 7).

In dem Band 'Religion in der Antike' erwartet den Leser ein kompakter Überblick über die griechische und römische Religion. Der Autor des Werkes, Veit Rosenberger ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Erfurt. Bei der WBG erschien von ihm bereits 2001 der Band 'Griechische Orakel'.

Jörg Rüpke, der Autor der vorliegenden Publikation, ist Professor für Vergleichende Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt der europäischen Polytheismen an der Universität Erfurt; bemerkenswert ist u.a. sein beeindruckendes Publikationsverzeichnis. 2011 erschien von ihm bei der WBG bereits der Band 'Von Jupiter zu Christus. Religionsgeschichte in römischer Zeit'.

Die antike Architektur mit ihren vielfältigen Bautypen und Fachbegriffen erschließt sich dem Betrachter nicht immer auf den ersten Blick. An der präzisen Benennung einzelner Bestandteile einer bestimmten Bauordnung oder Konstruktionsweise scheitert selbst so manch erfahrener Wissenschaftler.

Zurück in die Vergangenheit. Mit zwölf literarischen Miniaturen versetzen zwölf Autoren, darunter Charlotte Lyne, Bernhard Walter Kempff, Eva Rudschies, Franz Stefan Becker, Guido Dieckmann, Tanja Kinkel und Kari Köster-Lösche in jeweils eigenständig gestalteten historischen Betrachtungen den Leser in die klassische Antike, das Zeitalter des Hellenismus, das Mittelalter und in die Neuzeit, nach Griechenland, Ägypten, das Zweistromland, Mexiko und Europa. Farbenpracht und Lebendigkeit wie auch Tristesse und Tod durchziehen die historischen Kurzgeschichten. Sie berichten von schillernden, berühmten Gestalten der Weltgeschichte wie auch von den Vergessenen in der Zeit. Als Beispiele seien folgende näher vorgestellt:


